Ein unwürdiges Baummassaker

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 29.5.2018

Umweltstadt verbannt ihre Bäume

Die Umweltstadt Augsburg wird ihrer Verantwortung für städtisches Grün nicht gerecht. Besonders eklatant ist der geplante Kahlschlag am Herrenbach – noch dazu während der Brutzeit von Vögeln. Jahrelang war von einer Gefährdung der Bevölkerung durch entwurzelte Bäume nichts zu hören. Nun sollen in einer Nacht- und Nebelaktion 96 Bäume am Herrenbach fallen. An-scheinend ignoriert die Stadtführung permanent die Bedeutung von alten und prägenden Bäumen im Stadtgebiet.

In jüngster Zeit mussten Bäume in Göggingen, am Hauptbahnhof, im Martinipark, an der Holbeinstraße, im Flößerpark, im Umgriff des Theaters und im jüdischen Friedhof weichen. Teilweise waren auch Baumbeschädigungen durch Baufirmen verantwortlich. Solange das ohne Folgen für die Verursacher bleibt, wird sich das nicht ändern. Zumindest am Herrenbach ist jedoch die Stadt selbst der Auftraggeber. Eine Informationsveranstal-tung für die Anlieger einen Tag vor der Fällung ist eine Farce und zeigt, welche Bedeutung die Verantwortlichen dem Baumschutz beimessen. Wenn Augsburg das Prädikat „Umweltstadt“ zu Recht führen will, muss sich die Einstellung in den Führungsetagen schleunigst ändern.  Johannes Enzler, Königsbrunn

Ein unwürdiges Baummassaker

Es sollen unzählige Bäume umgesägt werden – noch dazu teils mitten in der Vogelbrutzeit – und das, weil diese Aktion angeblich wieder einmal alternativlos ist. Ist sie das? Was kann man tun, um dieses Baummassaker, das für eine „Umweltstadt“ einfach nur beschämend wäre, zu vermeiden?

Kurzfristig: Unwetter, die Bäume entwurzeln, entstehen nicht plötzlich über dem Herrenbach, die Wettervorhersage kündigt sie an. Dann wird das Wehr am Anfang des Herrenbaches geschlossen, der Bach entleert sich. Ist das Unwetter abgezogen, wird der Bach wieder geflutet oder es werden umgestürzte Bäume entfernt und der eventuell beschädigte Damm repariert.

Langfristig: Es wird westlich des Baches, wo neben dem Damm der tieferliegende Fußweg verläuft, auf diesem Gelände ein neuer Damm aufge-schüttet, auf dessen Krone der Fußweg verlegt wird. Die Bäume können stehen bleiben. Unsere Vorschläge haben wir dem Oberbürgermeister vorgelegt. Fällung alternativlos? Wir sehen Alternativen! Günter Bretzel, Augsburg

Was folgt denn noch?

Erst die Bäume, dann die Kleingärten und schon ist in Augsburg Platz für den Wohnungsbau. Norbert Wiesner, Augsburg

„Bitte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten“

Quelle: Die Augsburger Zeitung, Siegfried Zagler, 29.5.2018

Das Kommunikationsdesaster der Stadtregierung in Sachen „Baumfällungen am Herrenbach“ setzte sich gestern Abend bei einer Informationsveranstaltung der Stadt fort

Von aufgebrachten Bürgern mussten sich am Montagabend im Pfarrsaal von Don Bosco Vertreter der Stadtregierung harte Kritik gefallen lassen. Weiterlesen in der DAZ

Protest gegen Baumfällungen am Herrenbach

Quelle: a.tv, 28.5.2018

Der Streit um die geplanten Baumfällungen am Herrenbach geht weiter. Die Stadträte Volker Schafitel und Rudolf Holzapfel kritisieren die Stadt jetzt scharf für die geplanten Fällungen, und auch im bürgerlichen Lager formiert sich der Protest. Video bei a.tv ansehen (02:58 Min.)

Herrenbach: Stadt bereitet Fällungen vor

Quelle: Die Augsburger Zeitung, Siegfried Zagler, 28.5.2018

Regierung von Schwaben genehmigt Baumfällungen – Stadt richtet Sperrzone ein und startet mit Fällungen am Dienstagmorgen ab 7 Uhr

Heute Nachmittag genehmigte die Regierung von Schwaben die geplanten Fällungen von 31 Bäumen entlang des Herrenbachs. Da das Vorhaben in der aktuellen Vogelbrutzeit beantragt ist, weiterlesen in der DAZ

Wenn Bäume weg müssen, dann muss das plausibel erklärt werden

Quelle: Die Augsburger Zeitung, Siegfried Zagler, 28.5.2018

Warum der Streit um die Baumfällungen am Herrenbach ein Kommunikationsdesaster der Stadtregierung ist

Der Streit um die geplanten Baumfällungen am Augsburger Herrenbach erinnert an das Debatten-Szenario bezüglich des verschärften Bayerischen Polizeiaufgabengesetzes, das der Polizei größeren Handlungsspielraum einräumt, wenn Gefahr droht. Weiterlesen in der DAZ