Offenlegung der Schadstoffe in Reesegebäuden

Quelle: Initiative Augsburgs Erbe bewahren, 23.6.2020

Für die anstehende Stadtratssitzung am 25.6.2020 hat Lisa McQueen, Die Partei, einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Dieser fordert die transparente Offenlegung der Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen der Reese-Gebäude. In ihrem Antrag drückt sie aus, daß eine vollumfängliche Unterrichtung der Mandatsträger des Augsburger Stadtrates Grundlage sein müsse für deren Entscheidungen. Als Voraussetzung für eine angemessene Entscheidung sei es unumgänglich, alle verfügbaren Daten und Informationen zur Kenntnis und Prüfung zu erhalten. Wichtige Unterlagen müssen folglich unproblematisch zugänglich sein bzw. frühzeitig zur Verfügung stehen.

Lisa McQueen bezieht sich in ihrem Antrag auf Schadstoffergebnisse der AGS, Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung, ein Tochterunternehmen der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Augsburg. Die AGS ließ die Reese-Gebäude mehrmals, zuletzt 2019, beproben. Diese Ergebnisse wurden den Stadträten/innen aber niemals zur Kenntnis und damit möglichen Prüfung übermittelt, sondern „geheimgehalten“. Obwohl die AGS eine hundertprozentige kommunale Tochter ist, die die Reese-Gebäude treuhänderisch verwaltet und hier kein Schutz von privaten Eigentümern vorliegt, dürfen ausschließlich Mandatsträger die Unterlagen – dies nur auf ausdrücklichen Antrag – einsehen und im Anschluß über das Gesehene aber nicht sprechen. Welch intransparenter Umgang mit neutralen Daten, die keinerlei Schutzrechte Dritter verletzen und die eigentlich ohne große Umstände den gewählten Bürgervertretern sowie der Allgemeinheit zugänglich sein sollten!

Im Vorfeld von Entscheidungen, die den Erhalt oder Abbruch von Gebäuden in den ehemals amerikanischen Kasernen betreffen, wurden die Schadstoffe immer als Hauptargument angeführt für einen Abriss. Stadträtin McQueen fordert deshalb, diese Begründung transparent nachzuweisen und die Untersuchungsergebnisse der AGS offenzulegen. Damit wären Zweifler zu widerlegen, die eine unsanierbare Verseuchung bestreiten oder andernfalls eben die Abrisse neu zu bewerten.

Wie die neue Stadtregierung mit diesem Ansinnen der Stadträtin umgeht, ob sie den Antrag überhaupt zur Abstimmung zulässt und wie dann die Bürgervertreter zu der Thematik Transparenz und Glaubwürdigkeit der Politik entscheiden, darf mit Spannung erwartet werden. Zu befürchten ist, daß der Dringlichkeitsantrag, durch den eine bestmögliche und dringend nötige Transparenz erreicht werden soll, von der Oberbürgermeisterin zur Sitzung diese Woche nicht zugelassen wird. Oder daß diejenigen Mandatsträger, die sich vor kurzem für die Vollendung der Abrisse und Nicht-Abwarten ergebnisoffener Wettbewerbsentwürfe aussprachen, auch diesen Antrag abschmettern. Dabei hieß es im Wahlkampf von den Parteien immer, man wolle sich für volle Transparenz einsetzen, für eine bürgernahe Kommunikation und Austausch, sowie die Politikverdrossenheit von Bürgern ernst nehmen und Politik und politische Entscheidungen besser vermitteln.

A. Blümel, Sprecherin der Initiative Augsburgs Erbe bewahren

Ankündigung: in Kürze will sich die Initative ihrerseits noch einmal im Detail zu einigen der Begründungen äußern, die die Mehrheit des Stadtrates heranzog für die Zustimmung der Abbrüche in der Reese

Good Bye Reese – ist das unwiderruflich das Ende?

Quelle: Pressemitteilung der Initiative „Augsburgs Erbe bewahren“, 10.6.2020

Good Bye Reese – ist das unwiderruflich das Ende? Reaktion auf Abstimmungsergebnis Abbruch oder Erhalt der Reese

Zum 75. Jahr des Kriegsendes in Augsburg und der Befreiung von der Nazi-Diktatur durch amerikanische Verbände und nach einem halben Jahrhundert gemeinsamer deutsch-amerikanischer Stadtgeschichte, werden in der Reese-Kaserne ohne Not und ideenlos ihre Spuren getilgt.
Das Potential des Areals für eine innovative und zukunftsorientierte Entwicklung unter Einbeziehung der geschichtsreichen architektonischen Bezugspunkte wird verkannt und mit einer erinnerungsfreien Neubaustruktur überzogen. Hier weiterlesen

Bürger gießen Stadtbäume

Unser Schreiben an das Umweltreferat

Sehr geehrter Herr Erben,
vielen Dank für Ihr Antwortschreiben vom 26.5.2020.

Wir sind sehr daran interessiert, dass Sie den Lindenbestand in der Fuggerstraße erhalten und den Bäumen die notwendige Pflege zukommern zu lassen. Es ist zu erwarten, dass das Projekt Fugger Boulevard auf sehr lange Zeit verschoben wird, nachdem hierfür schon letztes Jahr Finanzierungsprobleme bestanden, die sich Corona-bedingt sicherlich noch verschärft haben werden. Halten Sie uns gerne auf dem Laufenden, wenn das Baureferat sich dazu äußert.

Nachdem die Aktion „Gieß´ mich, sonst sterb´ ich“ der Baum-Allianz im letzten Jahr nicht die gewünschte Resonanz gefunden hat, möchten wir Ihnen einen weiteren Vorschlag machen, der unser gemeinsames Thema „Stadtbäume gießen“ weiter voranbringen kann: Weiterlesen in unserem Schreiben

Reese-Retter geben noch nicht auf

Quelle: Augsburger Allgemeine, Jörg Heinzle, 4.6.2020

Die Zeit läuft der Bürgerinitiative zum Erhalt von Kantine & Co. in Kriegshaber davon. Doch die Aktiven wollen noch mal auf die Stadträte zugehen – und fühlen sich von Baureferent Gerd Merkle (CSU) zu Unrecht abgekanzelt

Obwohl der Abriss der historischen Kasernengebäude auf dem Reese-Areal in Kriegshaber bereits läuft, hofft die Bürgerinitiative zum Erhalt der Gebäude doch noch auf einen Stopp der Arbeiten. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass mehrere Gebäude erhalten bleiben – etwa die ehemalige „Kantine“, die Krad-Halle und mehrere frühere Mannschaftsgebäude, die aktuell teils noch von Künstlern des Kulturparks West genutzt werden. Die Chancen für einen Erhalt des historischen Areals schwinden jedoch. In der vorigen Woche bekräftigte der Stadtrat noch einmal mehrheitlich, dass die einstigen Kasernengebäude. Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine

Der Abriss geht weiter

Quelle: Augsburger Allgemeine, Jörg Heinzle, 29.5.2020

Eine Initiative und auch mehrere Gruppierungen im Stadtrat fordern einen Stopp des Abbruchs ehemaliger Wehrmachtsgebäude in Kriegshaber. Die Stadt argumentiert anders: Nur ein Bau sei wirklich erhaltenswert

Der Abriss von mehreren ehemaligen Kasernengebäuden auf dem Reese-Areal hat bereits begonnen – und er wird weitergehen. Eine Bürgerinitiative trommelt seit mehreren Monaten für einen Erhalt der Gebäude aus der Zeit des Nationalsozialismus. Auch mehrere Gruppierungen im Stadtrat forderten zuletzt einen Stopp der Abrissarbeiten. Baureferent Gerd Merkle (CSU) hält dem aber entgegen, dass die Gebäude nicht erhaltenswert seien. Im Übrigen habe der Stadtrat schon lange für den Abriss der Gebäude gestimmt. Stattdessen sollen dort neue Wohngebäude entstehen.

In der Debatte geht es um das ehemalige Reese-Theater, den Kantine-Klub sowie die Kradhalle auf dem ehemaligen Kasernengelände. Bis Mitte 2021 sollen zudem drei Kasernengebäude an der Sommestraße, die aktuell noch Teile des Kulturparks West beherbergen, abgerissen werden. Die Gebäude wurden in den 1930er-Jahren von der Wehrmacht gebaut, später nutzte sie die US-Armee. Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine