Herrenbach-Kahlschlag: Schafitel will Stadt verklagen

Quelle: Die Augsburger Zeitung, Siegfried Zagler, 8.6.2018

Stadtrat Volker Schafitel lässt von der Münchner Kanzlei „Labbé und Partner“ prüfen, ob eine Klage wegen der Baumfällungen am Herrenbach möglich ist. Dies gab der Stadtrat der Freien Wähler am gestrigen Donnerstag bekannt.

Es gehe darum, in welcher Form und gegen wen juristische Schritte einzuleiten sind. „Wenn es möglich ist, werde ich auch Strafantrag stellen“, so Schafitel am Ende einer Pressekonferenz nach einem knapp 90- minütigen Vortrag. Weiterlesen in der DAZ

Wem dient die Stadtverwaltung?

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 7.6.2018

Wem dient die Stadtverwaltung?

Stückchenweise setzt sich das Bild zusammen:Die Bäume müssen gefällt werden, weil niemand dafür haften kann? Will? Darf? Die Versicherungen stellen die Fällungen zur Bedingung, sonst übernähmen sie den Schaden nicht! 1999 beim Pfingsthochwasser traute sich kein Verantwortlicher, das alte AckermannWehr zu sprengen, um eine Überflutung zu verhindern. Interessen der Anwohner werden mit sogenannten Sachzwängen beiseite gewischt! Die Auswirkungen der Baumfällung auf das Mikroklima im Herrenbach – bisher als Teil der „Grünen Lunge“ gepriesen – werden missachtet, die Luftzirkulation wird verhindert, die Aufheizung des Geländes schulterzuckend hingenommen! Wem dient der Stadtrat und wem dient die Stadtverwaltung? Wem gehört die Stadt? Inge Kroll, Augsburg

Freie Wähler fordern Einstellung der Baumfällungen

Quelle: Augsburger Allgemeine, Michael Hörmann, 5.6.2018

Parteien reagieren in unterschiedlicher Form auf die Proteste der Bürger am Herrenbach

Die Baumfällungen am Herrenbach sind in der Politik weiterhin heftig umstritten. Volker Schafitel, Stadtrat der Freien Wähler, fordert jetzt die sofortige Einstellung der Arbeiten. Nach seiner Kenntnis sei keine Gefahr im Verzug, sodass Zeit bleibe, die Situation derjenigen Bäume zu klären, die nach derzeitigem Stand in dieser Woche noch zu fällen sind. Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine

Fallen weniger Bäume am Herrenbach?

Quelle: Augsburger Allgemeine, Eva Maria Knab, 5.6.2018

Konflikt Umweltreferent Reiner Erben will nun ein unabhängiges Gutachten in Auftrag geben. Die Baumfällungen und vehemente Bürgerproteste gehen unterdessen weiter. Kommenden Herbst werden weitere Kanäle überprüft

Sind am Herrenbach doch noch Bäume vor dem großen Kahlschlag auf dem Damm zu retten? In diese Streitfrage soll nun ein unabhängiger Gutachter eingeschaltet werden. Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine

Das Abholzen ist unverantwortlich

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 5.6.2018

Das Abholzen ist unverantwortlich

Bäume werden gefällt wegen des Hochwasserschutzes. Seit 2016 ist das bei den Verantwortlichen Thema, wie Herr Merkle informierte. Der Anwohnerschutz war seither offensichtlich nicht so wichtig, obwohl es in beiden Jahren Unwetter und Stürme gab, bei gleich großen Bäumen. Niemand sorgte sich um die Anwohner, den Kindergarten. Niemand leitete Schutzmaßnahmen ein oder informierte zumindest über die doch so große Gefahr!

Erst seit bekannt ist, dass im Schadensfall keine Versicherung einspringt, müssen die Bäume weg, und zwar sofort. Es geht ausschließlich um Geld und um die ganz persönliche Sicherheit der Herren Merkle, Erben und Gribl. Um sonst nichts. Und ganz nebenbei wird die Gegend noch attraktiver für Investoren und Bauland kann generiert werden. Haben die Verantwortlichen eigentlich schon begriffen, dass ihnen die Bürger nicht glauben? Was soll an diesem hektischen Kahlschlag „Verantwortung übernehmen“ sein? Das alternativlose Abholzen ist schlicht unverantwortlich! Merke: Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur! Sabine Böß, Augsburg

Es gibt Alternativen zu den Fällungen

Ich wohne nun seit einigen Jahren hier, direkt im Uferbereich des Herrenbachs. Das Mikroklima war hier, auch an Tagen mit hohen Temperaturen, stets angenehm frisch – vor allem aufgrund des Schattens, den die hier stehenden, jahrzehntealten Bäume gaben. Wo diese noch vor einigen Tagen standen, klaffen nun große Lücken. Die vermehrte Sonneneinstrahlung und damit verbundene Wärmeentwicklung ist in meinem Wohnbereich bereits deutlich zu spüren.

Was sich hier im Kleinen vollzieht, lässt sich auf das Große übertragen. Schwinden des Grüns, Verdrängen des Natürlichen durch den Menschen. Mit dem Fällen der Bäume im Kleinen, den Rodungen im Großen, wandelt sich das Klima – der Sauerstoff schwindet, Schadstoffbelastung und Temperaturen steigen, … Ist das der Beitrag unseres Oberbürgermeisters Kurt Gribl, dem Klimawandel im Kleinen, in seinem Verantwortungsbereich, entgegenzuwirken? Herr Gribl, auch Sie tragen Verantwortung dafür! Herr Gribl, es gibt Alternativen, um weitere Baumfällungen zu vermeiden, den Baumbestand hier am Herrenbach zu erhalten und gleichermaßen die Sicherheit der Menschen durch drohende Wasserschäden bei Unwetter zu gewährleisten. Das Schließen der Schleusen im Kanalbereich dürfte im Ernstfall die einfachste sein. Kommen Sie ihrer Verantwortung als unser gewählter Vertreter nach! Frank Hammer, Augsburg

Das ist die billigste Lösung

Bäume in dieser Größenordnung fällen zu lassen, ist ein starkes Stück. Der Oberbürgermeister betrachtet die Szene mit großem Abstand aus dem Urlaub. „Verständlich“, da die Augsburger Kassen leer sind, ist die einfachste Lösung „Weg mit den Bäumen“, dass damit den Augsburgern ein Immenses an Atemluft genommen wird, ist dabei egal. Es gibt ja so viele Baustellen. Deshalb muss für den Herrenbachkanal die billigste Lösung her: Baumfällung. Es gibt mit Sicherheit Alternativen. Diese sollten auf den Tisch. Ansonsten muss sich der Bürger fragen: Sind solche Stadtparlamente noch tragbar? Johanna Holm, Augsburg