Hektische vorschnelle Maßnahmen

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 29.10.2018

Die Präsentation eines Gutachtens der Stadt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit den Fällungen im Frühjahr vorschnelle Tatsachen geschaffen wurden. Das Gutachten ist fachlich akzeptabel. Aber, warum wurden die Bäume am Kanal nicht einfach zurückgeschnitten? Ein starker Rückschnitt, teils bis zum Stamm der Bäume hätte genügt, um Sicherheit zu gewährleisten. Die Stämme wären dann hoch wertvoll für den Naturschutz, da solche Totstämme Lebensraum für zahlreiche Tierarten bieten.

Der Vorschlag zum Umbau mit Feld- und Bergahorn, Hainbuche, Kirsche etc. ist sinnvoll, da Pappeln zu den Weichhölzern gehören, deren große Äste leicht brechen. Am Herrenbach wird Strom gewonnen, wenn die Gefahr von Überflutung gebannt werden soll, könnte auch der Wasserstand dieses Kanals generell gesenkt werden. Auf die Frage, ob es jemals ein Hochwasser gab, antwortete die Stadtvertretung mit nein. Hier wurde also meines Erachtens Panik erzeugt, um schwere Eingriffe ins städtische Grün zu rechtfertigen. Die Bewohner tun also gut daran, weiterhin für den Baumschutz zu sorgen und andere technischen Maßnahmen prüfen zu lassen. Norbert Joh. Seb. Mayr, Stadtbergen

„Für den Naturschutz wäre ein sensibleres Vorgehen angebracht“

Quelle: Augsburger Allgmeine, Leserbriefe, 27.10.2018

Im Widerstreit der Meinungen und Fakten sollte man festhalten:

  1. An einem regulierbaren Kanal kann es kein Hochwasser geben.
  2. Umweltreferent Erben gehört der Partei der Grünen an.
  3. Die Betonwand („Kanalwand“) ist der Kanal, ein Gerinne aus Beton. Auf dem Gelände der ehemaligen Nähfadenfabrik Göggingen steht ein Kanalstück ohne Erdböschung alleine in der Landschaft.
  4. Das Erdreich hält nicht als eine Art Damm den Kanal, sondern ist nur lose von der Seite her aufgeschüttet und wird vom Wurzelwerk der Bäume zusammengehalten; die Böschung drückt eher auf die Betonwand, als dass sie sie hält.
  5. Niemals bestand und besteht aus meiner Sicht die Notwendigkeit, so viele Bäume auf einmal abzusägen. Für den Naturschutz wäre ein sensibleres Vorgehen angebracht.
  6. Es besteht der Eindruck, dass die Stadt zwanghaft ihre Macht gegenüber dem Naturschutz ausspielen und jetzt wohl aus Gnade mit einer Art von Einlenken punkten will. Wolfgang Magg, Augsburg

Wo bleibt die Selbstkritik der Stadt?

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 25.10.2018

Wo bleibt die Selbstkritik der Stadt?

Was sind das eigentlich für städtische Fachleute, die zu einem massiven Kahlschlag während der Brutzeit raten? Wenn nun weitere Gutachter zum Ergebnis kommen, dass der Großteil der Fällungen unnötig ist, dann muss man diesen städtischen „Fachleuten“ ganz klar die nötige Kompetenz absprechen. Wo bleibt die Selbstkritik der Stadt, die von „Gefahr in Verzug“ sprach, um sofort vollendete Tatsachen zu schaffen? In Wahrheit ging es nämlich, wie man ansatzweise dem Artikel entnehmen kann, nur um die Kosten und um nichts anderes. Hätte es nicht den Widerstand der Bürger gegeben, dann wären in der „Umweltstadt Augsburg“ fast 50 Bäume den Sparmaßnahmen der Stadt zum Opfer gefallen, ohne dass dies zu mehr Sicherheit für die Anwohner geführt hätte. Robert Federle, Augsburg

Sind Fachleute am Werk?

Sind die im Bericht erwähnten Zuständigen für Hochwasserschutz tatsächlich „Fachleute“? Karl Meier, Augsburg

Herrenbach: Aktuelle Gutachten

Seit heute Abend (24.10.2018) wurden die beiden Gutachten auf den städtischen Seiten veröffentlicht, siehe https://www.augsburg.de/umwelt-soziales/umwelt/herrenbach/. Beide Gutachten können Sie auch hier downloaden: Baumgutachten und Standsicherheitsbetrachtungen

So soll es am Herrenbach weitergehen

Quelle: Augsburger Allgemeine, Eva-Maria Knab, 23.10.2018

Bei der Bürgerinformation zu den umstrittenen Baumfällungen am Kanal gab es viele Fragen. Was die neuen Gutachter der Stadt zu den Bedenken von Bürgern sagen

Zuerst sollten 96 Bäume am Herrenbach fallen, um den Kanal sicher vor Überschwemmungen zu machen. Jetzt müssen nur noch 47 Bäume weg (inklusive der 27 bereits gefällten). Wie wird diese Wende im neuen Gutachten der Stadt begründet? Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine