Was für eine Bankrotterklärung

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 17.12.2018

Zum Artikel „Immer mehr Bäume in der Stadt haben Schäden“ vom 12. Dezember

Seit Jahren ist den Verantwortlichen bekannt, dass unsere Stadtbäume nicht hinreichend gepflegt wurden und werden, was man an vielen Stellen in Augsburg tagtäglich beobachten kann.

Jetzt hat das Umweltreferat und das Amt für Grünordnung endlich den Schuldigen gefunden: Der Klimawandel setzt die Bäume unter „umweltbedingten Stress“. Das entschuldigt natürlich alles, das ist höhere Gewalt, dagegen ist selbst der Umweltreferent machtlos.
Dazu kommen unter anderem noch die schwierigen Standortbedingungen, Bodenverdichtung, Spartenverlegung, Streusalz und so weiter. Allesamt Maßnahmen, über die man seit Jahr und Tag hinwegsieht, sie lediglich bejammert, sie als unvermeidbar hinnimmt, aber nicht im Traum daran denkt, dagegen vorzugehen.

Was für eine Bankrotterklärung der Stadt Augsburg. Es ist nur noch peinlich, wie die Verantwortlichen versuchen, sich davonzustehlen, und hier Argumente bedienen, die alle bisherigen jahrelangen Versäumnisse zu entschuldigen versuchen. Christian Ohlenroth, Augsburg

Die Stadt braucht mehr Grün

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 15.12.2018

Zum Artikel „Immer mehr Bäume in der Stadt haben Schäden“ vom 12. Dezember

Die Umweltstadt vernachlässigt das lebensnotwendige Grün. Es genügt nicht, wenn durch Medien die Folgen der Klima- und Umweltschäden aufgezeigt werden. Die sogenannte Umweltstadt Augsburg muss endlich dem Stadtgrün mehr Bedeutung zumessen und eine deutlich verbesserte Grünpflege der Bäume durchführen. Da es hierfür anscheinend an Personal mangelt, müssen im Grünamt (Botanischer Garten) mehr Arbeiter eingestellt werden. Den meisten Bäumen in der Stadt mangelt es an Komposterde, da der Laubkompost in den Städten entfernt werden muss. Es braucht Bodenaustausch bzw. Bodenverbesserung. Viele Bäume sind fast gänzlich eingeteert, das heißt, die für das Wurzelreich notwendige offene Baumscheibe ist viel zu klein. Hausbegrünung, die längst in den Städten gefordert wird, ist in Augsburg noch ein Fremdwort. Anstatt dessen werden unablässig Bäume gefällt, zum Teil auch gesunde, um Bauvorhaben zu fördern. Das Grünamt trägt seinen Namen wohl nur deshalb, weil es ständig „grünes Licht“ für Fällungen erteilt. Wir Bürger benötigen jedoch echtes Grün für die Lebensqualität. Norbert Mayr, Stadtbergen

Lächerlicher Betrag für Neupflanzungen

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 13.12.2018

Zum Artikel „Immer mehr Stadtbäume haben schwere Schäden“ vom 12. Dezember

Soso, nun wird endlich wieder erkannt, dass unsere Stadtbäume schwere Schäden haben, die AZ hatte bereits in einem großen Artikel am 10. Oktober 2016 darauf hingewiesen! Leider verschärft sich die Situation weiter dramatisch.

Unsere Stadtregierung ignoriert dies seit Jahren erfolgreich und lässt weiter große Fällaktionen zu. Seit Jahrzehnten wird nicht entsprechend den klimatischen Bedingungen und den Fällungen nachgepflanzt. Im Haushalt der Stadt Augsburg wird ein lächerlicher Betrag für Neupflanzungen eingestellt. Summa summarum, wir verlieren massiv wertvolles Lebens-Grün für uns alle. Die kümmerlichen Neupflanzungen darben oft dahin und gehen kaputt. Wird ein alter Baum gefällt, aus oft hanebüchenen Gründen, dauert es Jahrzehnte, bis ein gleichwertiges Lebens-Grün nachgewachsen ist.

Ich lebe seit über 40 Jahren in Augsburg und kann mich nicht erinnern, jemals vorher diesen Abholz-Wahnsinn erlebt zu haben. Unfassbar, wie unsere Stadtregierung mit unser aller Zukunft und Lebensqualität umgeht. Claudia Hoffmann, Augsburg

Immer mehr Stadtbäume haben schwere Schäden

Quelle: Augsburger Allgemeine, Eva Maria Knab, 12.12.2018

Anhaltende Hitze im Sommer, Schädlinge und neue Krankheiten bedrohen das Augsburger Grün. Die Stadt fällt mehr Bäume als sie neu pflanzt. Das ruft Kritiker auf den Plan

Das Laub ist weg. Deshalb sieht man es im Winter nicht so genau: Immer mehr Stadtbäumen in Augsburg geht es schlecht. In Zeiten des Klimawandels leiden sie unter umweltbedingtem Stress – und das hat Folgen. Ein neuer Bericht des städtischen Amtes für Grünordnung kommt zu dem Ergebnis, dass Krankheiten und Schäden an Stadtbäumen seit zehn Jahren deutlich zunehmen. Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) und seine Mitarbeiter gehen davon aus, dass sich die ange-spannte Lage mittelfristig noch weiter verschärfen wird. Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine

Augsburg braucht mehr Stadtbäume

Kommentar von Eva Maria Knab

Die alarmierenden Nachrichten häufen sich: In Augsburgs grüner Lunge, dem Stadtwald, sterben die Eschen weg. Auch der Borkenkäfer richtete dort in den vergangenen Jahren derartig massive Schäden an, dass sich der Wald nicht mehr überall selbst verjüngen konnte. Die Schäden hängen zu einem erheblichen Teil mit veränderten Umweltbedingungen durch den Klimawandel zusammen. In Augsburg gibt es längere Hitze- und Trockenperioden als früher, was vielen Arten schwer zu schaffen macht. Ganz besonders gilt das auch für die Bäume im Stadtzent-rum, an denen die Schäden ebenfalls deutlich zunehmen. Augenfällig war das im Sommer vor drei Jahren, als die Boulevard-Bäumchen an der Bürgermeister-Fischer-Straße einfach vertrockneten. Vielen Bäumen in der Innenstadt ergeht es ähnlich. Der schleichende Verlust von Grün fällt nur nicht immer auf.

Für die Stadtregierung gibt es dringenden Handlungsbedarf. Sie müsste gerade im Zentrum mehr Bäume pflanzen als abholzen. Mit einem grünen Umweltreferenten ist die aktuelle städtische Linie nicht nachvollziehbar und auf Dauer skandalös. Viele seriöse Studien zeigen, wie wichtig Bäume für ein gutes Stadtklima und für das Wohlbefinden der Bürger sind. Deshalb muss man verstärkt auf Arten setzen, die Hitze und Trockenheit besser vertragen. Die städtischen Forstleute haben dagegen verstanden, was auf dem Spiel steht. Sie bauen den Bestand um. Im Stadtwald, der für die Augsburger Trinkwasserversorgung enorm wichtig ist, wird strategisch nachgepflanzt. Es gilt die Devise, dass unter Laubbäumen deutlich mehr neues Grundwasser anfällt als ohne Bäume – so etwas nennt man eine zukunftsgerichtete Strategie, die den Menschen vor Ort nützt.

„Schämt euch!“

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 4.12.2018

Ein weiteres unrühmliches Kapitel der Bevormundung der Bürger durch die Staatsmacht findet in der erneuten Abholzung alter Kanalbäume am Herrenbachkanal seinen vorläufigen Höhepunkt. Wir Anwohner können dem Stadtrat nur noch zurufen: „Schämt euch!“ Und: Wir haben unsere Bäume von unseren Enkeln doch nur geliehen! Wolfgang Magg, Augsburg